Veröffentlicht in Französisch

Frankreich – Zeichensprache

Frankreich war das erste Land, nach meinem Heimatland, welches ich kennen und auch lieben gelernt habe. Es gibt kein Jahr, indem ich nicht wenigstens einmal in Frankreich essen gehe. Zum Glück ist das für mich auch einfach, da ich nur zwei Stunden von der Grenze entfernt wohne.

Meine erste Begegnung mit Frankreich war am Canal de Nivernais, damals sprachen wir noch fast kein Wort Französisch. Wir hatten uns für eine Woche ein Hausboot in der Bourgogne gemietet. Im Vorfeld unserer Reise haben wir uns schon intensiv damit auseinandergesetzt. Wir bekamen mit dem Vertrag ein Buch mit den Schifffahrtsrouten, den Verkehrsregeln, den Schiffstankstellen und den Ausflugszielen zugesandt. Sogar die Lebensmittelläden und Bäckereien waren darin angegeben. Zum Glück war das alles auf Deutsch, sodass wir unsere Bootstour in Ruhe planen konnten.

In Vincelles angekommen meldeten wir uns bei der Dame am Empfang an. Sie sagte uns, wo wir das Auto für eine Woche sicher parken können, informierte uns über ein paar Wasserverkehrsregeln und erledigte die vertraglichen und finanziellen Dinge. Das Boot erklärte uns ein junger Mann, er nahm sein Fahrrad mit und stellte es vorne aufs Bug. Schnell stellte sich heraus, dass er nur Französisch sprach, aber er hatte Erfahrung mit ausländischen Kunden. Für jedes Wort kannte er eine Geste, einen Gesichtsausdruck oder er führte es uns praktisch vor, egal ob es um das Abpumpen des Marine-WCs oder die Navigation des Bootes ging. An diesem Tag wurde uns die Bedeutung des Wortes Zeichensprache so richtig bewusst. Nach der Einführung fuhr der Besitzer bis zur nächsten Schleuse mit und verließ uns. Da standen wir nun auf uns allein gestellt und taten erst einmal das, was wohl fast alle auf den Booten machen. Wir öffneten eine Flasche Wein. Das ist in Frankreich auf den Kanälen nicht nur gestattet, es ist ausdrücklich erwünscht.

Ein Hausboot mieten in Frankreich, das ist französische Lebensart pur, bei dieser Art des langsamen Reisens abseits der Touristenströme lernten wir nicht nur das Land kennen, wir hatten auch viele schöne Erlebnisse mit den Franzosen an sich. Es ist etwas ganz anderes als wenn man mit dem Auto nur die großen Städte besucht.

 

 

 

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